presseportale/dev/2026-09-01/umsetzung-protokoll.md
Kevin Adametz e2f7cf1624 dev: scharfer Klassifizierungslauf auf Live protokolliert
Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-09-11 10:02:26 +00:00

32 KiB
Raw Blame History

Umsetzungsprotokoll — Abarbeitung von bestandsaufnahme-code.md, Abschnitt 7

Stand: 01.09.2026 Bezug: bestandsaufnahme-code.md (Befund-Nummern H1–H4, M1–M9, P1, L1–L9)

Jeder Abschnitt hält fest: was war der Befund, was wurde geändert, wie ist es abgesichert. Abweichungen von der ursprünglich vorgeschlagenen Reihenfolge oder Lösung sind ausdrücklich vermerkt.


Ausgangsstand

Prüfung vorher
php artisan test 1479 grün, 1 übersprungen
vendor/bin/pint --test passed
vendor/bin/phpstan analyse 390 Fehler außerhalb der Baseline

Block A — vor dem nächsten Deploy

Schritt 1 — H1: Suchausfall im Deploy-Fenster

Befund: PressReleaseSearchIndex::isAvailable() cachte seine Antwort eine Minute. Stand dort false, während die Migration die Volltext-Indizes von press_releases entfernte, setzte der Rückfallpfad sein MATCH() weiter auf die Tabelle ab, an der es keinen Index mehr gab → MySQL-Fehler 1191, 500er auf jeder Suche der Web-Seite und der Admin-PM-Liste.

Geändert

  • app/Models/PressReleaseSearchIndex.php
    • Cache-Key als Konstante AvailabilityCacheKey herausgezogen.
    • isAvailable() cacht die beiden Antworten unterschiedlich lange: true (Dauerzustand nach dem Umstieg) 60 s, false (gilt nur während des Umstiegs) 5 s. Die Prüflogik steckt jetzt in resolveAvailability().
    • Neu: forgetAvailability().
  • database/migrations/…_create_press_release_search_table.php und …_drop_fulltext_indexes_from_press_releases.php rufen forgetAvailability() in up() und down() auf. Das ist der eigentliche Fix; die kurze TTL ist das Netz für einen Eingriff von Hand.

Abweichung vom Vorschlag: Der Bericht schlug zusätzlich vor, den Rückfallpfad gegen QueryException abzusichern. Nicht umgesetzt — constrain() baut die Abfrage nur auf, ausgeführt wird sie später vom Aufrufer. Ein try/catch an dieser Stelle könnte den Fehler gar nicht sehen. Die Cache-Invalidierung in der Migration deckt den Fall vollständig ab.

Abgesichert: drei neue Tests in tests/Feature/PressReleaseSearchIndexTest.php (kurze TTL bei false, lange bei true, Wirkung von forgetAvailability()).


Schritt 2 — H2: Cache-Flush in der Schleife

Befund: CompanyRemovalService::markGone($company, includePressReleases: true) lud alle Mitteilungen der Firma per get() und rief je Zeile PressReleaseService::markGone(), das jedes Mal sämtliche Seiten- und Sitemap-Caches verwarf. Bei 300 Meldungen: 301 Vollinvalidierungen auf einen Admin-Klick, dazu die unbegrenzte Ergebnismenge im Speicher.

Geändert

  • PressReleaseService::markGone() / restoreFromGone() bekommen bool $flushPublicPages = true. Das Standardverhalten bleibt unverändert.
  • CompanyRemovalService::markGone() iteriert mit chunkById(200) statt get() und übergibt flushPublicPages: false. Der eine Flush am Ende der Methode bestand bereits und genügt.

Abgesichert: GoneTombstoneTest → „cascading a newsroom removal flushes the page cache once, not per release" (drei Mitteilungen, Generations-Zähler steigt um genau 1).


Schritt 3 — H3 + H4: Umkehrbarkeit von gone_at

Befund: markGone() überschrieb companies.is_active (→ false) und press_releases.no_export (→ true), ohne den Vorzustand zu sichern. Das Aufheben setzte beide pauschal auf den Normalzustand zurück. Eine Firma, die schon vorher deaktiviert war, stand danach öffentlich in Newsroom-Übersicht und Sitemap; eine Mitteilung blieb dauerhaft als „kein Export" markiert. Die Oberfläche verspricht an beiden Stellen ausdrücklich Umkehrbarkeit.

Geändert

  • Neue Migration 2026_09_01_090000_add_gone_restore_state_to_companies_and_press_releases_tables.php: companies.is_active_before_gone und press_releases.no_export_before_gone, beide boolean nullable. null = nicht entfernt bzw. bereits zurückgenommen. Idempotent über Schema::hasColumn().
  • Company und PressRelease: $fillable + casts() ergänzt.
  • CompanyRemovalService::markGone() sichert is_active, restoreFromGone() stellt es wieder her (?? true als einzige mögliche Annahme für Altfälle ohne Merker).
  • PressReleaseService::markGone()/restoreFromGone() analog für no_export. Fehlt der Merker, bleibt der aktuelle Wert stehen — raten wäre schlechter als nichts zu tun.

Zur Kostenfrage der Migration: Auf press_releases ist das ADD COLUMN seit dem Entfernen der Volltext-Indizes ein ALGORITHM=INSTANT. companies trägt seinen FULLTEXT-Index weiterhin und wird kopiert — bei 70 MB wenige Sekunden, wie in CLAUDE.md als vertretbar festgehalten. Die Migration ist bewusst nach drop_fulltext_indexes_from_press_releases datiert.

Verworfene Alternative: is_active in markGone() gar nicht anzufassen und stattdessen überall auf gone_at zu filtern. Dafür hätten 12 Abfragen in app/Services/Web/, SitemapController und AuthorizesPressReleaseMediaAccess angefasst werden müssen — eine übersehene Stelle hätte einen entfernten Newsroom öffentlich gelassen. Der Merker ist die kleinere Angriffsfläche.

Abgesichert: drei neue Tests in GoneTombstoneTest (inaktive Firma bleibt nach dem Aufheben inaktiv; no_export wird zurückgesetzt; ein vorher gesetztes no_export bleibt bestehen).


Schritt 4 — M5: Watermark-Migration umging den AppSetting-Cache

Befund: Die Migration schrieb die Wasserstandsmarke per Query Builder, AppSetting::getValue() cacht aber dauerhaft (rememberForever). Lief der Scheduler-Task im Deploy-Fenster schon einmal, hielt der Cache die alte, niedrigere Marke — der nächste Lauf hätte die Ereignisse dazwischen ein zweites Mal auf press_releases.hits addiert.

Geändert

  • AppSetting::forgetCached(string $key) als öffentliche Methode; setValue() benutzt sie jetzt selbst.
  • …_seed_press_release_view_watermark.php ruft sie in up() und down() auf.

Block B — Werkzeug

Schritt 5 — P1: Statische Analyse wieder in Betrieb

Befund: 390 Fehler außerhalb der Baseline, davon der größte Teil Falschmeldungen: Larastan löste keinen einzigen Cast auf, weil alle 49 Models ihre Casts über die casts()-Methode deklarieren (Laravel-11-Stil) und Larastans Schalter parseModelCastsMethod per Default false ist. $pressRelease->status galt als string, jeder Enum-Vergleich als „immer falsch". Zusätzlich: Baseline seit dem 12.05.2026 unverändert, composer analyse in keiner Pipeline.

Geändert

  1. phpstan.neon: parseModelCastsMethod: true, mit Begründung im Kommentar. Wirkung: 390 → 266 Meldungen.
  2. 102 Relations-Annotationen in app/Models/*.php ergänzt — jede BelongsTo/HasMany/HasOne/BelongsToMany/MorphTo-Methode hat jetzt ihr @return …<Related, $this>. Das war die zweite Sammelursache: Ohne Generics landete PHPStan auf Illuminate\…\Model und meldete jede Modell-Eigenschaft und jeden Scope als unbekannt. Wirkung: 266 → 169, property.notFound von 84 auf 12. Nebeneffekt: dieselbe Verbesserung in der IDE-Vervollständigung.
  3. Aufräum-Funde vorgezogen (siehe Schritt 5b).
  4. Baseline neu erzeugt: 166 Einträge / 188 Meldungen (vorher 127 Einträge plus 390 ungefasste Meldungen). vendor/bin/phpstan analyse meldet jetzt No errors.
  5. .github/workflows/tests.yml: neuer Schritt „Run Static Analysis" vor den Tests. Ohne Gate driftet die Baseline erneut.

Was bewusst in der Baseline bleibt und warum

Anzahl Art Grund
66 property.notFound withCount-Aliasse (recent_releases_count) und Closure-Parameter, die als blankes Builder typisiert sind. Behebbar nur mit @param Builder<PressRelease> an jeder Closure — viel Rauschen für keinen Erkenntnisgewinn.
34 nullsafe.neverNull ?-> auf Werten, die seit der Cast-Auflösung nachweislich nicht null sind. Stilfrage, kein Fehler.
18 method.notFound Eigene Scopes (forPortalValues(), visibleInArchive()) auf denselben blanken Closure-Buildern.
10 trait.unused Falschmeldung: app/Livewire/Concerns/* wird ausschließlich aus Volt-Single-File-Komponenten in resources/views/livewire/**.blade.php eingebunden, die PHPStan nicht analysiert. Nachgeprüft, die Traits sind in Benutzung.
9 class.notFound Legacy-Migrationsmodelle (App\Models\Legacy\…) und Laravel\Cashier\Concerns\Stripe\TaxId.
5+2+2 instanceof.alwaysTrue / property.onlyWritten / method.unused in ProcessStripeWebhook Falschmeldungs-Kaskade: Cashier typisiert findBillable() gegen den Trait Billable. PHPStan kann den nicht mit User vereinbaren, hält deshalb if (! $user instanceof User) return; für immer wahr und alles danach für unerreichbar — inklusive der Stellen, an denen $this->activityLog und $this->numbers gelesen werden. Die Laufzeitprüfung ist richtig und bleibt.

Korrektur zur Bestandsaufnahme: Befund L6 („ProcessStripeWebhook: $numbers und $activityLog injiziert, nie gelesen") war falsch. Beide werden in den Zeilen 123, 149, 257 und 293 verwendet; die Meldung ist ein Folgefehler der oben beschriebenen Cashier-Kaskade. Nichts entfernt.


Schritt 5b — Aufräum-Funde L1–L5 und M7 (vorgezogen)

Warum vorgezogen: Diese Funde stammen aus der statischen Analyse. Hätte ich die Baseline vor ihrer Behebung erzeugt, wären sie zugedeckt gewesen — und ihre spätere Behebung hätte die Baseline sofort wieder ungültig gemacht (ignore.unmatched). Sie gehören deshalb vor den Baseline-Neuaufbau, nicht in Schritt 9.

Fund Datei Änderung
L1 ProofPdfRenderer::renderOverview() if ($embed === null || $image === null) → if ($embed === null). $embed ist bereits null, wenn $image null ist.
L3 ManualInvoiceService::invoiceFor() Prüfung current_period_end === null entfernt — die Spalte ist date() NOT NULL.
L4 Company::logoUrl() if ($legacyPortal && filled($logoFilename)) → if (filled($logoFilename)). $legacyPortal fällt auf $this->portal->value zurück und ist damit immer gesetzt.
L5 RecordMailActivity::recordSent() getTo() ?? [] → getTo(). Die Symfony-Methode liefert immer ein Array.
— PressReleasePreviewController $magicLink->expires_at && …->isPast() → …->isPast(). magic_links.expires_at ist NOT NULL.
— RetireAgencyCompanyType if (! $isNewsroom && $isProtected) → if (! $isNewsroom). Der Zweig darüber endet für den Gegenfall immer mit continue.
— MigrateLegacyMedia::selectedTypes() @return list<'company-logos'|'press-release-images'> ergänzt. Damit ist das match ohne default nachweislich vollständig statt nur faktisch.

M7 — Legacy-API konnte portal = null schreiben (ebenfalls vorgezogen, weil derselbe Sachverhalt):

  • ResolvesRequestedPortal::resolveRequestedPortal() gibt jetzt ein nicht-nullbares Portal zurück; letzte Stufe ist Portal::Both — exakt der Default, den beide portal-Spalten ohnehin tragen. Vorher konnte die Methode null liefern, was als SQL-Fehler und damit als 500er beim Alt-Client gelandet wäre; PressReleaseController:53 hätte sogar einen Fatal Error ausgelöst, weil es das Ergebnis direkt mit ->value weiterreicht.
  • LegacyPressReleaseController und LegacyCompanyController: ?->value → das Enum bzw. ->value direkt.
  • PressRelease::publicPortalLinks(): der unerreichbare null =>-Arm im match entfällt.
  • PressRelease::booted() und LegacyPressReleaseController weisen jetzt das Enum statt des Rohwerts zu — die Spalten sind darauf gecastet.

Bewusst NICHT geändert: ProofPdfRenderer:946 ($width < 1 || $height < 1 nach imagesx()/imagesy()). Laut PHPStan-Stub tot, zur Laufzeit eine Schutzprüfung in der Bildverarbeitung des Rechtsnachweis-PDFs. Für null funktionalen Gewinn wird dort keine Absicherung entfernt — Meldung baseliniert.


Block C — Voraussetzungen für die Roadmap

Schritt 6 — M9: Bounce-Suppression vervollständigt

Befund: newsletter:import-bounces erfasste ausschließlich users und protokollierte alles Übrige als „ohne User-Konto". Die zweite Empfängerliste newsletter_subscriptions — die öffentliche Anmeldung auf den Portalen, mit eigenem unsubscribed_at und eigener Synchronisierung nach außen — blieb unberührt. Die meisten Einträge dort haben gar kein Konto, wurden also gar nicht erreicht. Die Roadmap macht „Bounce-Suppression produktiv" zum Blocker für 1b.6, 1d.3 und 3.2.

Geändert (app/Console/Commands/ImportNewsletterBounces.php)

  • Aufgeteilt in suppressUsers() und suppressSubscriptions(); beide melden zurück, ob die Adresse in ihrer Liste stand.
  • „Ohne User-Konto" gilt jetzt erst, wenn die Adresse in keiner der beiden Listen steht.
  • Anmeldungen werden scope-frei über alle Portale gesucht (der CLI-Lauf hat keinen Portal-Kontext, eine Adresse kann auf beiden Portalen stehen), bekommen unsubscribed_at, laufen durch NewsletterSyncService (damit die Abmeldung auch beim externen Versender ankommt) und landen mit method: bounce im Aktivitäts-Verlauf.
  • Eigene Ergebniszeile für die Anmeldungen; --dry-run deckt beide Listen ab.
  • L9 gleich mit erledigt: Der Vergleich läuft über whereRaw('LOWER(email) = ?') wie in User::findByEmail(). Bounce-Listen kommen aus dem Mailserver-Log und geben die Adresse so wieder, wie der Absender sie geschrieben hat.

Abgesichert: vier neue Tests (Anmeldung ohne Konto wird abgemeldet; Idempotenz beim zweiten Lauf; alle Portale einer Adresse; Dry-Run; Groß-/Kleinschreibung).


Schritt 7 — M4: Aufbewahrung press_release_events

Befund: Die Tabelle nimmt seit dem Umbau des Aufruf-Zählers jeden Seitenaufruf auf (Bestand knapp eine Million) und war als einzige Log-Tabelle des Systems ohne Bereinigung.

Geändert

  • Neu config/press_releases.php: events.retention_days, Default 395 Tage (13 Monate), überschreibbar per PRESS_RELEASE_EVENTS_RETENTION_DAYS.
  • Neu app/Console/Commands/PurgePressReleaseEvents.php mit --days, --chunk, --dry-run.
  • Scheduler: täglich 03:20, withoutOverlapping(), mit Betriebs-Alert.
  • .env.example ergänzt.

Zwei Sicherungen, beide zwingend und getestet

  1. Gelöscht wird ausschließlich unterhalb der Wasserstandsmarke von press-releases:aggregate-views. Alles darüber ist noch nicht in hits verbucht und wäre sonst dauerhaft verloren. Fehlt die Marke, bricht der Lauf mit Exit-Code 1 ab, statt zu raten.
  2. Gelöscht wird in Blöcken — ein DELETE über Millionen Zeilen hielte die Sperre über die gesamte Laufzeit.

⚠ Offene Entscheidung: Die 13 Monate sind meine Festlegung, nicht deine. Gewählt, weil damit der Vorjahresmonats-Vergleich möglich bleibt. Der Wert bestimmt zugleich, wie weit die Verlaufsanzeige der geplanten Absenderansicht (Roadmap 1c.1) zurückreicht — wer dort mehr Historie zeigen will, muss ihn vor dem ersten Lauf erhöhen. Einmal gelöschte Ereignisse kommen nicht zurück. Der Zusammenhang steht als Kommentar in config/press_releases.php.

Abgesichert: fünf Tests in tests/Feature/PurgePressReleaseEventsTest.php.


Schritt 8 — Index auf companies.email

Befund: companies hatte nur (portal, slug), (portal, is_active), (created_at, id) und einen FULLTEXT über (name, email, slug). Ein FULLTEXT-Index beantwortet kein WHERE email = ? — jede Suche über die Firmen-E-Mail war ein voller Tabellendurchlauf. Roadmap 1a schlüsselt die Newsroom-Konsolidierung ausdrücklich darüber, 1a.4 bei jeder eingehenden API-Meldung.

Geändert: Migration 2026_09_01_091000_add_email_index_to_companies_table.php.

Warum nur email und nicht (portal, email): Die Adresse ist hochselektiv, die Portal-Einschränkung kostet danach nichts mehr — und derselbe Index trägt zusätzlich die portalübergreifende Gruppierung des Trockenlauf-Berichts (1a.1), was ein zusammengesetzter Index nicht könnte.

Kosten: ADD INDEX läuft bei InnoDB auch mit vorhandenem FULLTEXT-Index INPLACE — anders als ADD COLUMN. Bei 70 MB Sekunden.


Block D — Schritt 9: laufende Aufräumarbeiten

M1 — Generations-Zähler prozessweit eingefroren

WebPageCache::$generation wurde mit ??= einmal je Prozess gefüllt. Unter PHP-FPM stimmt das; ein Queue-Worker lebt aber über beliebig viele Jobs hinweg und hätte dauerhaft mit dem Stand seines ersten Zugriffs gearbeitet — konkret hätte BoostService::forgetPlacementCaches() die Keys einer alten Generation gelöscht, während der aktuelle Eintrag bis zum TTL-Ablauf stehen bleibt.

  • Neu: WebPageCache::resetMemo().
  • AppServiceProvider::boot() registriert Queue::looping(…), verwirft die Merkung also zwischen zwei Jobs. Die Merkung selbst bleibt — sie war als Ersparnis gedacht und ist es weiterhin, nur eben mit definierter Lebensdauer. Ein späterer Octane-Betrieb bräuchte denselben Reset auf RequestReceived; das steht als Hinweis am Feld.

M2 — Zähler lag im Namensraum, den er invalidiert

web.generation → page-cache.generation. Der Zähler ist der eine Eintrag, der eine Verwerfung des web.-Namensraums überleben muss.

Deploy-Hinweis: Die Umbenennung setzt den Zähler einmalig auf 0 zurück. Unkritisch, solange sie zusammen mit dem übrigen noch nicht committeten Block ausgeliefert wird — die Generations-Nummer existiert auf dem Live-System noch gar nicht. Wird sie später einzeln nachgezogen, vorher einmal php artisan cache:clear einplanen.

M3 — Wasserstandsmarke nur chunkweise idempotent

AggregatePressReleaseViews: increment()-Schleife und AppSetting::setValue() laufen jetzt in einer DB::transaction() je Durchgang. Vorher war nur der Durchgang wiederanlaufsicher, nicht der Abbruch darin — ein Absturz mitten im Chunk hätte einen Teil der Zähler erhöht, die Marke aber nicht bewegt, und der nächste Lauf hätte genau diese Aufrufe doppelt verbucht. Der Klassenkommentar, der Idempotenz behauptete, ist präzisiert.

M6 — #[Locked] auf $companyId

resources/views/livewire/admin/companies/edit.blade.php: public int $companyId hat jetzt #[Locked], wie das Pendant $id der PM-Bearbeitung. save(), deleteCompany(), markGone() und restoreGone() arbeiten alle auf diesem Wert; ohne das Attribut konnte der Client ihn im Livewire-Payload austauschen, sodass die Aktion eine andere Firma träfe als die im Formular angezeigte.

M8 — pt-osc-Passwort nicht maskiert

OnlineSchemaChange::writeDefaultsFile() schreibt Benutzer und Passwort jetzt über quoteOptionValue() in doppelten Anführungszeichen mit escaptem \ und ". In einer my.cnf beginnt ein # sonst einen Kommentar und umschließende Leerzeichen fallen weg — ein Passwort mit Raute wäre abgeschnitten bei pt-osc angekommen und der Lauf an einem Authentifizierungsfehler gescheitert, dessen Ursache nirgends sichtbar ist.

L7 — max_allowed_packet beim Erstlauf des Reindex

ReindexPressReleaseSearch: Klassenkommentar um den Hinweis ergänzt, dass ein Durchgang --chunk vollständige Textkörper in einem upsert schreibt und beim erstmaligen Indizieren des Bestands im Zweifel --chunk=100 zu wählen ist.

L8 — Blade-Codestil

admin/press-releases/index.blade.php: fn($inner) → fn ($inner). Pint erfasst Blade-Dateien nicht, deshalb war die Abweichung durchgerutscht.

L9

Zusammen mit Schritt 6 erledigt, siehe dort.


Endstand

Prüfung vorher nachher
php artisan test 1479 grün, 1 übersprungen 1495 grün, 1 übersprungen (6517 Assertions)
vendor/bin/pint --test passed passed
vendor/bin/phpstan analyse 390 Fehler außerhalb der Baseline No errors (Baseline 166 Einträge / 188 Meldungen)

16 neue Tests, verteilt auf PressReleaseSearchIndexTest (3), GoneTombstoneTest (4), ImportNewsletterBouncesTest (4) und das neue PurgePressReleaseEventsTest (5).

Neue Dateien

Datei Zweck
app/Console/Commands/PurgePressReleaseEvents.php Aufbewahrung des Ereignis-Logs (M4)
config/press_releases.php Aufbewahrungszeitraum, konfigurierbar
database/migrations/2026_09_01_090000_add_gone_restore_state_… Vorzustand der 410-Entfernung (H3/H4)
database/migrations/2026_09_01_091000_add_email_index_to_companies_table.php Voraussetzung Roadmap 1a
tests/Feature/PurgePressReleaseEventsTest.php Absicherung M4

Reihenfolge beim Deploy

  1. php artisan migrate --force — die neuen Migrationen laufen nach drop_fulltext_indexes_from_press_releases (auf press_releases damit INSTANT, auf companies ein Kopiervorgang von wenigen Sekunden).
  2. Danach einmal php artisan press-releases:aggregate-views, damit die Wasserstandsmarke gesetzt ist, bevor der neue Aufräum-Task um 03:20 das erste Mal läuft. Ohne Marke bricht er von selbst ab — es geht also nichts verloren, der erste Lauf wäre nur wirkungslos.
  3. php artisan config:cache (neue Konfigurationsdatei).

Was offen bleibt

Thema Status
Aufbewahrung des Ereignis-Logs: 395 Tage Meine Festlegung, deine Entscheidung. Bestimmt die Tiefe von Roadmap 1c.1 und ist nur vor dem ersten Lauf frei wählbar.
Die 166 Baseline-Einträge Kein Fehler, aber auch keine Sichtprüfung wert — Zusammensetzung und Begründung siehe Schritt 5. Wer sie weiter senken will, fängt bei den Closure-Generics in app/Services/Web/ an.
Roadmap-Entscheidungen E1–E6 Unberührt — das sind fachliche Fragen, keine Code-Befunde.

Teil 2 — Roadmap Block 0 (Messbarkeit)

0.1 und 0.2 — Basiswerte

Zwei Auswertungen als Artisan-Befehle, Ergebnisse und Ableitungen in basiswerte-block0.md.

php artisan press-releases:view-distribution   [--months=3] [--from=] [--to=] [--json]
php artisan press-releases:rejection-rate      [--months=3] [--from=] [--to=] [--json]

Zwei Befunde, die den Plan verändert haben:

  1. Der Gesamtmedian taugt nicht als Basiswert. hits ist ein mitlaufender Zähler, und die Aufrufe wachsen nach der Veröffentlichung wochenlang weiter (⌀ 75 → 128 → 179 → 231 in den ersten vier Wochen, ohne Plateau). Über ein Drei-Monats-Fenster misst man damit die Altersmischung, nicht die Reichweite. Der Report weist deshalb zusätzlich Alterskohorten aus; der Basiswert ist die Kohorte „28–55 Tage", nicht die Gesamtzahl.
  2. openPR ist keine zweite Quelle. Es ist der Presse-API-Verteiler von connektar, also derselbe Zulauf. In den Daten hat genau ein API-Token je einen Zugriff gemacht. Roadmap-Text korrigiert.

E2 ist damit entschieden: Rohzahlen. Begründung in basiswerte-block0.md. Kurzfassung: kein Bodensatz (unter 25 Aufrufen liegen 2 % bzw. 0 %), Verteilungen nahezu symmetrisch, und eine Einordnung gegen den Portaldurchschnitt wäre wegen der Wachstumskurve sogar falsch.


0.3 bis 0.7 — Konversionsleiter

Warum eine eigene Tabelle statt Umami

Die zu messende Strecke führt über zwei Domains und einen Magic Link. Ein cookiefreies Analytics-Tool verliert die Sitzung genau an der Stelle, an der die Konversion passiert. Claim, Registrierung und Buchung sind außerdem keine Seitenaufrufe, sondern Zustandsänderungen in der Datenbank, bei denen die Identität ohnehin bekannt ist.

Rollenteilung bleibt: Ereignistabelle für den Trichter (Block 1), Umami für Seitenaufrufe und Suchbegriffe (Block 2). Keine Vermischung.

0.3 — conversion_events

Spalten: type, source, company_id, press_release_id, created_at. Keine Personen, keine Klartextadressen, keine IP, kein User-Agent. Der rote Faden durch den Trichter ist die Firma, nicht der Mensch — für „an welcher Stufe bricht es ab" reicht das vollständig.

Die Leiter als Enum ConversionEventType, mit Stufe und Diagnose am Fall:

# Stufe Ein Abbruch hier bedeutet
1 Mail-Link geklickt Betreff oder Anlass trägt nicht
2 Magic Link eingelöst Der Verwaltungszugang wird nicht verstanden
3 Newsroom bearbeitet Kein Anreiz, das Profil zu pflegen
4 Konto angelegt Der Nutzen des Kontos ist nicht erkennbar
5 Erste Buchung Preis oder Angebot passt nicht

0.4 — Herkunft auf dem Token

Neue Spalte magic_links.source (bewusst eine Spalte statt eines Eintrags in payload: Die Herkunft wird gruppiert und gefiltert, nicht nur gelesen). MagicLinkGenerator::createLoginLink() nimmt sie entgegen.

Die Mail-Links tragen ?src=<Herkunft>&pr=<Meldung>. ConversionSource::parse() fällt bei unbekannten Werten auf organic zurück statt zu scheitern — der Parameter steht in fremder Hand.

Zur Meldungs-ID im Klartext: Sie ist fälschbar. Vertretbar, weil sie nichts freischaltet, sondern ein Ereignis in der internen Statistik einer Firma zuordnet; wer sie fälscht, verfälscht nur die eigene Auswertung. Sobald der Verwaltungszugang über Magic Link steht (1b.2), tragen die Mail-Links ein Token, das Herkunft und Meldung fälschungssicher mitführt — der pr-Parameter entfällt dann.

0.5 — Schreibstellen

Stufe Wo
1 RecordMailLinkClick — globale Middleware. Bewusst global statt je Route: Die Mail-Links zeigen auf Hub, Spokes und öffentliche Detailseiten, eine vergessene Route wäre eine unsichtbare Lücke. Nur mail_*-Herkünfte lösen aus, nur GET.
2 MagicLinkConsumeController, Herkunft vom Token
3 Enum und Auswertung stehen, Schreibstelle folgt mit 1b.3 (abgesprochen)
4 RecordAuthActivity::recordRegistered()
5 ProcessStripeWebhook an beiden Zahlungspfaden (mirrorPaidInvoice, fulfillSinglePurchase), dedupliziert über recordOnce() je Firma

Zwei Regeln für alle Schreibstellen: Fehler werden geschluckt (die Messung begleitet einen Vorgang, sie ist nicht der Vorgang) und kein Personenbezug.

0.6 — Auswertung

php artisan conversion:funnel [--months=3] [--from=] [--to=] [--json]

Zählt je Stufe die eindeutigen Firmen, nicht die Ereignisse: Ein doppelter Klick ist kein doppelter Interessent, und nur mit derselben Einheit auf allen Stufen ist ein Übergang überhaupt eine Quote. Ereignisse ohne Firmenbezug stehen in einer eigenen Spalte daneben statt im Nenner.

0.7 — Aufbewahrung

395 Tage, derselbe Horizont wie beim Aufruf-Ereignis-Log (Entscheidung 01.09.2026). config/conversion.php, Befehl conversion:purge-events, täglich 03:25 im Scheduler.

Offen und bewusst nicht von mir geschrieben: Der Absatz in der Datenschutzerklärung. Rechtstext gehört nicht aus einer Codeänderung heraus formuliert. Inhaltlich zu führen ist: Zweck (interne Reichweiten- und Konversionsstatistik), Umfang (Ereignistyp, Herkunft, Firmen- und Meldungsbezug — kein Personenbezug, keine IP), Aufbewahrung (395 Tage), Rechtsgrundlage.

Angepasster Bestandstest

EmailBrandingTest verglich die Mail-URL roh gegen das gerenderte HTML. Die Links tragen jetzt zwei Parameter, Blade escapt das trennende & korrekt zu &amp; — der Vergleich läuft nun über e(). Verhalten unverändert richtig, nur die Erwartung war zu eng.


Teil 3 — Roadmap Block 1a (Newsroom-Konsolidierung)

1a.1 — Trockenlauf-Bericht

php artisan companies:merge-report [--threshold=] [--limit=15] [--json]

Live-Ergebnis vom 11.09.2026, Schwellwert 3, nach der Tippfehler-Korrektur:

Klasse Adressen Firmen fällt weg davon mit PM
Dublette 12.812 27.832 15.020 14.633
Namensvariante 1.615 4.540 2.925 1.087
Vorschlag 3.632 9.907 – 2.211
Sammeladresse 1.085 6.706 – 1.072
nie veröffentlicht 23 5.965 – 0

17.945 Firmen würden automatisch zu bestehenden Newsrooms verschmelzen — 16 % des Bestands von 111.646.

Drei Befunde aus den Live-Läufen mit Schwellwert 2, 3 und 4:

  1. Die Klasse „nie veröffentlicht" fehlte im Regelwerk. 23 Adressen mit 5.965 Firmen und null Veröffentlichungen, angeführt von yahoo@yahoo.com (4.376 Firmen). Dahinter steht keine Firma und keine Agentur. Hätte 1a.3 ohne diesen Trockenlauf gebaut, wären 4.376 Unbeteiligte zu einem Newsroom verschmolzen — der teuerste Fehler dieses Blocks, nicht sauber rückabwickelbar. Die Namensanzahl allein trennt diese Adressen NICHT von großen Agenturen (pr@deutsche-stadtauskunft.ag: 133 Namen, 134 Firmen mit Meldungen); trennscharf ist erst die Veröffentlichung.
  2. Tippfehler galten als verschiedene Firmen. info@js-research.de stand mit 204 Firmen an zweiter Stelle der Agenturliste — eine Firma, siebzehnmal leicht anders geschrieben. Normalisierte Namen werden jetzt zu Ähnlichkeitsclustern zusammengefasst (Levenshtein ≤ 2 bzw. 15 %, oder drei gemeinsame Anfangswörter). Namensvarianten stiegen dadurch von 730 auf 1.615 Adressen, Sammeladressen sanken von 1.430 auf 1.085.
  3. „& Co. KG" passte nie. Rechtsformen wurden nach dem Entfernen der Satzzeichen abgeglichen — „gmbh & co kg" traf nie auf „gmbh co kg". Jetzt wortweise vom Ende her gestrippt.

E1 entschieden: Schwellwert 3. Bei 2 wird jede zweite Schreibweise zur „Agentur" (ProCoReX, Welcon — je eine Firma mit Rechtsformwechsel). Bei 4 wandern 768 echte Mehrkunden-Adressen wie presse@agentur-zb.de in die Handarbeit. Konfiguriert in config/newsroom.php.

Zu 3.3: 1.085 Sammeladressen mit 6.706 Firmen, davon 1.072 mit Meldungen — namentlich benannte PR-Agenturen. Das Agenturmodell ist kein Zukunftsfeature, sondern ein vorhandenes Datenproblem.

1a.2 — Persistierte Klassifizierung

php artisan companies:classify-addresses [--threshold=] [--dry-run]

Tabelle company_email_groups, eine Zeile je Adresse — die Klassifizierung ist eine Eigenschaft der Adresse, nicht der Firma. Bewusst eigene Tabelle statt Spalten auf companies (FULLTEXT → jedes ADD COLUMN ein Rebuild).

Die Klassifizierungslogik liegt in CompanyAddressClassifier und wird von Bericht und Persistierung benutzt — beide müssen dieselbe Antwort geben, sonst zeigt der Bericht etwas anderes, als die Zusammenführung später tut.

manual_classification übersteuert die berechnete Klasse und überlebt jede Neuberechnung. Nötig für Grenzfälle, die nur ein Mensch entscheiden kann: presse@pr4you.de ist eine echte Agentur, sieht in den Daten aber aus wie eine Wegwerfadresse. CompanyEmailGroup::effectiveClassification() ist die einzige Stelle, die 1a.3/1a.4 fragen dürfen. Wer über eine Adresse entscheidet, liest nie die berechnete Spalte direkt.

Wiederholbar: Adressen, unter denen nur noch eine Firma steht, fallen beim nächsten Lauf heraus — außer sie tragen eine Handentscheidung.

Laufzeit: 3,2 s über den ganzen Bestand. Die Ähnlichkeitsprüfung ist quadratisch und bei 25 Repräsentanten gedeckelt — ab da steht die Klasse fest, und yahoo@yahoo.com hätte sonst neun Millionen Levenshtein-Aufrufe gekostet.

Deploy: migrate --force, config:cache, dann einmal companies:classify-addresses. Der Befehl gehört vorerst nicht in den Scheduler — die Klassifizierung soll sich nicht über Nacht ändern, während jemand im Admin darüber entscheidet. Nach 1a.4 neu bewerten.

Live-Trockenlauf vom 11.09.2026 (nach Migration, Schwellwert 3):

Klasse Adressen zusammenführbar
Dublette 12 812 ja
Namensvariante 1 615 ja
Vorschlag 3 632 nein
Sammeladresse 1 085 nein
nie veröffentlicht 23 nein
gesamt 19 167

Deckungsgleich mit dem Bericht aus 1a.1 — Bericht und Persistierung rechnen dieselbe Logik. 14 427 Adressen (75 %) sind zusammenführbar; hinter ihnen stehen die 17 945 Firmen aus 1a.1. Der scharfe Lauf am selben Tag schrieb dieselben 19 167 Zeilen nach company_email_groups — die Tabelle ist auf Live gefüllt, 1a.3 kann darauf filtern.